Mittwoch, 18. September 2013

Gedanken zur Frau, die Akzente setzt

Sie war auf Besuch bei ihrer Verwandten in Deutschland.
Im Gespräch kamen wir - ich weiß nicht wie - auf ihren Akzent. Sie hat nun diesen amerikanischen Akzent, den ich von meiner Tante her kenne. Und wieder bekümmert es sie, dass ihr Akzent zu bemerken ist. Dabei ist/ war sie für mich immer die Frau, die Akzente setzte. Es war für mich etwas Positives.

Dieses Moment in ihrem Leben bezüglich Sprache: Sie kam mit 12 nach Deutschland aus einem Land, das durch Krieg zerrüttet war. Natürlich war deutsch dann für sie eine Fremdsprache. Deshalb fühlte sie sich nie in Deutschland heimisch, weil sie nie dazu gehörte: der Akzent kennzeichnete sie.

Sie lernte hier in Deutschland ihren Mann kennen, der aus einem anderen Land ebenfalls nach Deutschland flüchtete. Ihre gemeinsame Sprache ist deutsch, weil auch er deutsch als Fremdsprache einsetzen musste, um mit ihr reden zu können. Jetzt sind beide in Amerika. Ihre Söhne werden vermutlich nur englisch sprechen. Für die Eltern wieder eine Fremdsprache, während die Kinder nun angekommen sind.

Mich hat das Sprachmoment immer fasziniert. Die Brücken der Sprache ermöglichte Kommunikation und setzte so die Akzente in ihrem Leben.

Mich macht es traurig, dass sie unter dieser Akzentuierung leidet. Dieses Gefühl kann ihr niemand nehmen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen