Sonntag, 27. Oktober 2013

Die wundersamen Weltraumabenteuer von Helen Hayer und Christine de Castelbaraque

Mir ist das Verlagsprogramm des Zaglossus-Verlages eher mit wissenschaftlichen Themen aufgefallen. Auf der Buchmesse lernte ich, dass ihr Verlagsprogramm weiter gefächert ist.
Es gibt für Lesben sehr viele Geschichten mit Coming Outs und sowieso Liebesgeschichten. Meine Lesemotivation solcher Bücher geht gegen Null.
Die Beschreibung des Buches Die wundersamen Weltraumabenteuer von Helen Hayer und Christine de Castelbaraque aus dem Zaglossus-Verlagsprogramm machte mich neugierig und ich nahm mir Zeit für einen Science Fiction, der "queer durch die Galaxie" führt.

Inhalt
Helen Hayer ist Miss Universe. Der nächste Wettbewerb steht an. Die Vorraussetzungen, um an Misswahlen im Jahr 2848 teilzunehmen, haben sich derart verändert, dass Aussehen nicht mehr wichtig, jedoch Intelligenz gefragt ist. Den Titel hat Hayer bereits fünfmal errungen. Diesmal möchte sie alles daran setzen, damit der Titel an ihr vorüber geht. Denn sie will ihre Zukunft anders gestalten. Marissa Applegate, die Leiterin und Besitzerin des Großkonzerns Applegate Inc. hat andere Pläne. Für sie ist Hayer das Marketingmoment, so dass Applegate die vielbeachtete Weltraumkapitänin Christine de Castelbaraque beauftragt. Sie soll Hayer begleiten, damit diese und ein wertvolles Amulett unbeschadet den Wettbewerb auf Eden erreichen. De Castelbaraque hegt eine starke Abneigung gegen die Funktion Hayers als Miss Universe und sie lässt Hayer dies spüren. Der Versuch den Auftrag nicht annehmen zu müssen, schlägt fehl. Schon bald sind Hayer und de Castelbaraque auf dem Raumschiff Agina V unterwegs nach Eden. Das Abenteuer beginnt als beide entführt und mit neuem Auftrag bestückt, quer durch die Galaxies die Horax-Tafeln finden müssen, um Schaden von der Erde fernzuhalten.

Resümee
Meine Einstellung zum Roman veränderte sich nach Lesebeendigung von mal zu mal.
Manchmal habe ich mir gewünscht, dass die Figuren ernsthafter sind. Dann waren die Charaktere wieder okay.
Ein bisschen anstrengend fand ich das Lesen der Schlusskapitel, deren Reihenfolge ich ein klein wenig geändert hätte. Es waren sehr viele Informationen, die die Autorin für die Leserin da vorhielt. Als Leserin ist frau nicht so in der Geschichte, wie als Schreiberin.
Jedoch, ich mag Zeitsprünge - zeitliche Doppelung, unterschiedliche Universen - gleichzeitige Doppelungen und Kuriositäten - ich habe mich köstlich über das Auftauchen der Waschmaschine amüsiert, deshalb fühlte ich mich der Kniffligkeit der vielen Ebenen im Buch gewachsen.
Dass am Ende doch noch eine kleine Liebesgeschichte vorkam, fand ich passend.
Auf jeden Fall war das mal eine etwas andere Geschichte.
Und falls eine mal Lust hat, über die Sinnigkeit der Reihenfolge der Schlusskapitel zu diskutieren... Fühlt euch eingeladen, hier zu kommentieren.

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Die wundersamen Weltraumabenteuer von Helen Hayer und Christine de Castelbaraque
von Judith_Jennewein
Broschiert: 292 Seiten
Verlag: Zaglossus;
Auflage: 1 (7. Juni 2013)
Sprache: Deutsch




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Weitere Infos:


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Nachtrag im Tagebuch 17. November 2013
Was nervt mich eigentlich bei diesem Weltraumabenteuer? Die Figuren werden nicht ernst genommen. Die Charaktere könnten in jedes Thema gepresst werden, weil sie nicht in die Zeit passen. Die einzigen, die in die Zeit zu passen scheinen, sind die beiden Wissenschaftler, die die Protagonistinnen in den 50igern Jahren antreffen.
Raumdarstellung ist auch ein schwieriges Thema. Wirklich gelungen, dünkt mir, ist es nicht im Buch. Nur einmal, als die Orientierungslosigkeit des Schwebens beschrieben wurde, da wirkte es authentisch. Vielleicht weil es da so passte?
Über das Thema Mann_Frau, Mutter_Vater-Figur fange ich gar nicht erst an. Mir stellte sich die Frage, ob dieses Faktum für den Roman nötig war. Die Antwort war eindeutig. Und so war das Thema verschenkt.
Letztendlich bleibt: Gute Ansätze, die aber nicht konsequent verfolgt werden. Hin und wieder blitzt Genialität auf (Waschmaschine). Das ist doch auch schon was!

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