Mittwoch, 11. Dezember 2013

Lesbenliteratursalon Dezember 2013

Der Lesbenliteratursalon im Dezember war bei köstlichen Kamarplätzchen nach einem Rezept von Neelix nicht nur geschmacklich interessant, sondern auch inhaltsreich und recht unterhaltsam, so dass die drei Stunden im Fluge vergingen.

Die Veranstalterinnen des Salons berichteten zu Beginn, dass sie am Wochenende lebens.art auf 3sat gesehen hätten. Darin sei versucht worden, mit dem Beitrag "Erregungs-Potential: Lesbische Liebe in der Literatur " zu erklären, was Lesbenliteratur sei. Es seien u.a. die Lektorinnen vom zaglossus-Verlag, die Werke der US-Zeichnerin Ariel Schrag und die Autorin Sophie Strohmeier "Küss mich, Libussa" vorgekommen.
Inhalt der Sendung hier gelistet auf tv.orf.at

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Die Inhalte des Salons zum Thema: "Neuerscheinungen auf dem Büchermarkt oder mein derzeitiges Lieblingsbuch" im einzelnen:

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Kurz genannt wurden von mir Die wundersamen Weltraumabenteuer von Helen Hayer und Christine de Castelbaraque von Judith_Jennewein und Blau ist eine warme Farbe von Julie Maroh.

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Als interessanter historischer Roman wurde vorgestellt "Wie ein Versprechen" geschrieben von Stefanie Zesewitz.

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Gelesen hatte es noch keine, aber alle waren sehr interessiert an dem Buch Die Geschichte der Sidonie C. von Ines Reicher und Bianca Voigt

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Kurz wurde gezeigt, dass es ein neues Jugendbuch gäbe, geschrieben von Lina Kaiser "Im Abseits der Lichter".

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Wir hörten von Astrid Ohletz, die mit ihrem Verlag Ylva, einem Frauenbuchverlag mit Schwerpunkt Lesbenliteratur das Buch "Something in the wine" von jae herausbrachte.

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Das Buch Astrid Wenke: Eine Milliarde für Süderlenau erinnere an "Besuch der alten Dame". Es wurde aber festgestellt, dass dies so nicht stimme. Es gehe um das bedingungslose Grundeinkommen. Auch würden die 4 Säulen von Frigga Haug darin vorkommen.

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Eine stellte Lisa Cohens Buch: All we know: Three lives vor. In diesem Buch werden Esther Murph, Mercedes de Acosta und Madge Garland biographisch vorgestellt

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Begeistert wurde davon berichtet, dass der Literaturnobelpreis 2013 an Alice Munro ging. Von ihren, mir unbekannten, Kurzgeschichten wurde geschwärmt, so dass ich sehr neugierig darauf wurde.

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Kurz wurde Corpus Delicti: Ein Prozess von Julie Zeh vorgestellt. Es sei eine negative Utopie, also eine Dystopie. Gesundheit sei Staatsziel und daran hätten sich alle Menschen zu halten.

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Das Buch von Sabine Brönnimann Wenn die Zeit sich neigt: Eine Fährfrau begleitet bei Abschied, Tod und Trauer sei schon 2012 erschienen. Aber es habe so sehr beeindruckt, so dass die Vorstellende es zum Literatursalon mitbringen wollte. Es gäbe einen Verein in der Schweiz, der Fährfrauen heiße (Webseite) zum Thema Tod und Abschied im Lebensfluss.

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Turbulent wurde es mit dem Buch Amon: Mein Großvater hätte mich erschossen, welches die Enkeltochter von Amon Göth, Jennifer Teege geschrieben hatte.

Die Teilnehmerinnen des Salons unterhielten sich über das Buch, aber auch über eigene Erinnerungen, die Dreijährige prägen und die erst im Erwachsenenalter aufgelöst werden können.

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Kurz erhalten wir die ersten Seiten von Scherbenpark einem Roman von Nina Bronsky vorgelesen. Es geht um eine 17jährige Russlanddeutsche, die als einzige ihres Viertels auf dem Gymmasium sei. Gleich zu Beginn der Geschichte wird klar gemacht, dass ihre Mutter tot ist und die Hauptfigur Sascha ihren Stiefvater Vadim töten möchte. Erklärt wurde zum Roman, dieser habe mit Lesben oder Heterosexualität nichts zu tun.

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DISKUSSION

In den Diskussionen während der Buchvorstellungen und der Pause wurde sich gefragt, ob Bücher aufgrund von Rezensionen gekauft würden. Könne das deutsche Feuilleton genutzt werden? Ist es kompatibel zum eigenen Geschmack? Oder ist der persönliche Austausch wichtig?

Regen Buchcover zum Lesen an? Die Erfahrung zeigt, dass es so manch unpassende Cover gegeben habe und sich dahinter trotzdem ein gutes Buch versteckte.

Wie werden Bücher geschrieben? Die Beschreibungen der Lebensweisen der Literatinnen sei häufig sehr idyllisch. Es gäbe kaum Hinweise auf schreibende Hausmänner, jedoch auf das Hausfrauen-Dasein der Autorinnen würde gerne verwiesen, z.B. zur Autorin Munro oder das Schreiben am Küchentisch.

Deshalb, wie wichtig ist das Leben der Autorin für das Lesen eines Buches? Es gäbe diese Verklärung im Marketing. Bei einem Bericht über Irvings Schreibprozess sei es einer Teilnehmerin wichtig gewesen, die Arbeit zu sehen, die dahinter stecke.

Antworten zu manchen Fragen dieses Salons werden sich eventuell im nächsten Salon finden.

Bis dahin...

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