Donnerstag, 9. Januar 2014

Gedanken zu Erinnerungen

Über die Geschichte der Großeltern kann nichts in Erfahrung gebracht und davon erzählt werden. Nur von den Auswirkungen ihrer Taten und Entscheidungen.
In dieser Familiengeschichte gibt es soviel Gewalt und unausgelebte Trauer. Die Mutter hatte nicht viel von ihrer Kindheit. Familienleben kannte sie kaum. In den 50er Jahren musste sie mit ihren Geschwistern für zwei Jahre im Heim leben. Wieder bei den Eltern wurde sie schon mit 12 Jahren zum Arbeiten geschickt. Das erworbene Geld musste an den Vater abgegeben werden.

Ob der Verlobte und spätere Ehemann ein eigenes Leben bedeutete ist fraglich. Mit 22 hatte sie bereits vier Kinder. In den 70er Jahren waren diese Kinder froh, wenn der Vater nicht da war. Wenn er Nachtdienst hatte oder sonst nicht Zuhause war. Gewalt war ein Bestandteil des Familienlebens. Vielleicht sogar ein regelmäßiger Bestandteil.

Die Geschichtslosen. Die Gruppe, die nur lebte, aber nicht erzählte.
Die überlebten und keine Zeit für das Erzählen hatten. Wir bekommen Geschichte nur von der Mittelschicht erzählt, den bürgerlichen.
Von den unten, den Arbeiterinnen hört mensch nichts.
Aber manches muss erzählt werden, um es bearbeiten und Alternativen dazu finden zu können. 

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