Sonntag, 8. November 2015

Hessische Filmpremiere: DIE FRAU MIT DER KAMERA – Porträt der Fotografin Abisag Tüllmann

Am 7. Oktober 2015 wäre Abisag Tüllmann 80 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass wird die Hessische Premiere des Films am 1. November in Frankfurt sein. Sie wird organisiert von der Kinothek ASTA NIELSEN, der ABISAG TÜLLMANN STIFTUNG und dem Kino MAL SEH’N: Sonntagsmatinee am 1. November, um 12:00 Uhr im Kino MAL SEH’N in der Adlerflychtstraße 6 (...) Die Regisseurin und Produzentin Claudia von Alemann wird anwesend sein(...).
Quelle: Webseite Abisag Tüllmann-Stiftung
Ich war letzten Sonntag bei einem wunderschönen Ereignis im Mal seh’n-Kino. Ließ mir das Leben von Abisag Tüllmann, einer Foto-, resp. Bildjournalistin durch einen dokumentarischen Filmessay erzählen.

Tüllmanns Leben war nicht geradlinig. Es gab dramatische Momente, darunter auch eine Fehlgeburt. Irgendwann hatte sie für sich die Kunst als Berufung ausgemacht. Ihre Nachkommen, ihre Nachlassenschaften sind die Bilder, die die Zeitgeschichte nacherzählen. Sie als Person steht hinter diesen Bildern zurück. Nach ihrem Tod wurde der Bild-Nachlass dem Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz Berlin übergeben. Sie verfügte, dass mit dem Erlös aus ihrem Archiv eine Stiftung gegründet werden sollte. Diese Stiftung ist die Abisag Tüllmann-Stiftung.

Zur Premiere im Mal Seh'n-Kino trafen sich viele aus uralten Zeiten. Mensch kannte sich. Frankfurter Geschichte kulminiert an einem Ort. Auch die Regisseurin, Claudia von Alemann gehört(e) dazu, wenn sie auch im Vortrag zweimal erwähnte, dass sie aus beruflichen Gründen Frankfurt verlassen musste. Erklärt, warum sie das tun musste, hat sie nicht.

Bei den im Dokumentarfilm gezeigten Bildern von Tüllmann gab es viele Szenen aus der Arbeitswelt und Aufnahmen von Obdachtlosen. Dazu kleine Szenen aus dem Alltag. Tüllmann war bei Ereignissen vieler sozialen Bewegungen, u.a. der 68er Studentenbewegung fotografierend dabei. Sie gestaltete Kunstausstellungen mit ihren Photos.

Im Dokumentarfilm war zu merken, wann es "lebendiger", "greifbarer" wurde, wenn die Regisseurin ihr persönliches Teil dazusteuern konnte. Sie suchte und fand Filmmaterial. So wurden die sozialen Bewegungen rund um Frankfurt und in Deutschland sehr plastisch. Die Theaterfotografien von Tüllmann dagegen nahmen nicht so viel Raum ein wie die Bilder der Zeitgeschichtsjournalistin. Was ich ein bisschen schade fand war, dass es keine Namensnennung zu den Einblendungen von Tüllmann gemachten Porträtfotos der zeitgenössischen Berühmtheiten gab.

Mich hat das ganze Event der Filmpremiere sehr beeindruckt. Ein Bonbon gab es noch bei der anschließenden Recherche: Auf der Suche nach diversen Quellen und Namen entdeckte ich, dass es eine ganze Reihe an Bildjournalistinnen mit Namen gibt, die einen besonderen Ruf genießen. Und es verbindet viele etwas mit Frankfurt: Zum Beispiel sprach im Film Barbara Klemm über Tüllmann und im Premiere-Publikum saß Erika Sulze-Kleinemeier.

Der Film läuft heute, 08.11. und am Samstag, 14.11. jeweils um 14 Uhr im Mal Seh'n-Kino.


v.l.n.r. Claudia von Alemann, Karola Gramann (Kinothek Asta Nielsen) und Gunter Deller (Mal Seh'n Kino)

Im Gespräch: Claudia von Alemann und Christel Eckart (Soziologin)



 Weitere Infos:



DIE FRAU MIT DER KAMERA – Porträt der Fotografin Abisag Tüllmann
Ein Film von Claudia von Alemann
92 Minuten
Köln 2014   

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