Sonntag, 22. November 2015

Lesbischer Herbst. Tagung 2015

Foto: i. U.
 "... weil es uns gibt!" war das Thema des diesjährigen lesbischen Herbstes, Tagung für lesbische Frauen 49plus vom 13. bis 15. November.

Yvonne Ford, die Veranstalterin des lesbischen Herbstes, schrieb zum Thema ...weil es uns gibt! der Tagung:
"Das Thema bringt unsere Freude an der Begegnung miteinander zum Ausdruck - unsere Interesse zu erfahren, wie wir leben, wo wir aktiv sind und was uns wichtig ist."  
Quelle: Lesbischer Herbst
Ich habe seit 2006, der ersten Tagung des Lesbischen Herbstes, darauf gewartet, endlich an dieser Tagung altersmäßig teilnehmen zu dürfen. Ich war ein bisschen aufgeregt und beeindruckt von der Situation des Reisens und der Veranstaltung.

So sah das Programm des Wochenendes aus:

 

Freitagabend

Am Freitagabend begrüßte Yvonne Ford die Frauen zur Tagung und ließ die Referentinnen sich und ihre Themen kurz vorstellen. Nach der Vorstellungsrunde las Corinne Rufli aus ihrem Buch »Seit dieser Nacht war ich wie verzaubert«.

Weitere Infos zum Buch und Autorin:

 

Samstagvormittag

Am Samstagvormittag stellte Yvonne das Tagesprogramm vor. Als sie in den Raum fragte, wieviel Frauen das erste Mal zur Tagung da seien, überraschte und beruhigte mich es, dass 70% der 80 Frauen die Hand hoben. Schade war, dass es bei dieser Frage blieb. Ich hätte gern gewusst, woher die Frauen kamen, welche Geschichten sie mitbrachten.

Nach dieser kurzen Umfrage folgten drei Vorträge, denen ich mit Genuss lauschte:
  1. Serena Owusua Dankwa sprach in ihrem Vortrag über die verschiedenen Arten von Frauenbeziehungen der matrilinearen Kultur in Ghana. Weitere Infos:
  2. Jalda Rebling und Anna Adam berichteten von ihrer Arbeit als jüdische Künstlerin und Kantorin. Weitere Infos:
  3. Dr. Natalia Khodyreva hielt einen Vortrag über die Situation der LGBT in Russland und legte einen Schwerpunkt auf Lesben in Russland.

 

Samstagnachmittag

Am Samstagnachmittag gaben Corinne Rufli, die nochmals aus ihrem Buch las sowie Jalda und Anna, die unter anderem auch die Kunst an ihrem VW-Bus "BEA" zeigten, vertiefende "Workshops". Serena Owusua Dankwa leitete einen Workshop zum Thema "Unterschiede", der leider parallel lief.

Ich fand es schade, dass es im Nachhinein aus den Workshops keine Zusammenfassung gab, da ich gerne auch das Thema "Unterschiede" bearbeitet hätte.

Sonntagvormittag

Am Sonntagvormittag wurde der Film: “Secret Years” von Judit Szabó gezeigt. In dem Dokumentarfilm von 2009 berichten Lesben zwischen 40 und 70 aus Ungarn, wie sie ihr Leben unter dem Kommunismus und danach lebten. Ein Film, dessen Aufbruchstimmung mir einen Kloß im Hals verursachte, weil die Situation in Ungarn sich seit damals für Lesben und Schwule wieder verschlechtert hat.

Resümee

Wie gesagt... ich hätte gerne erfahren, woher die Frauen alle kamen; was sie mitbrachten an Erfahrungen, an Geschichten, an Leben. In drei Sätzen oder so. Kurz halt. Wir trugen zwar alle Namensschildchen, aber mir schien es dennoch ein bisschen unpersönlich. Vielleicht hätte es ein Pinboard als Platz für eine kurze Selbstvorstellung der Teilnehmerinnen getan (eine Möglichkeit, die die Veranstalterin leisten müsste) oder wir hätten Stichworte zu uns auf unsere Namensschilder geschrieben, z.B. "Name seit 33 Jahren lesbisch, Bloggerin aus Frankfurt und das 1. Mal hier" (auf so eine Idee muss frau halt selbst kommen - da bin ich selbstkritisch). So hätte es Anlässe für weitere Gespräche geben können.

Und nun: War das lange Warten auf die Teilnahmemöglichkeit zur Tagung es wert?

 Ja. Denn es war eine gut geplante Tagung mit spannenden Vorträgen und interessanten Referentinnen. Es war ein schönes lesbisches Umfeld. Dass es nur alte Lesben waren, war mir nicht so wichtig. Aber davon erzählt eine andere Geschichte - vielleicht.

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