Sonntag, 5. Juni 2016

Körperlichkeiten

Wechseljahre

Auf Twitter wurde mir der Beitrag Journal Freitag, 13. Mai 2016 – Menopausenbloggen vom Vorspeisenplatte-Blog zugezwitschert. Die Autorin  schreibt darin, dass sie hoffe, dass es bald mehr diesbezügliche Inhalte im "Mitschreib-Internet" gäbe, weil sich "(s)o viele Menschen" "aufgehoben und informiert gefühlt" "haben", wenn andere über ihre persönlichen Erfahrungen zu diversen Themen schrieben.

Meine Geschichte
Mit 42 fing ich an, mich mit den Wechseljahren auseinander zu setzen. Jetzt mit 50 bin ich definitiv drin in den Wechseljahren. Am Anfang waren die "Hitzewallungen" nur ein Flaum dessen, was ich unterdessen erleben durfte. Aber ich bin immer noch der Meinung: Wechsel hin und her. Jedoch, bitte, ohne Hormone.

So manches Symptom stellte sich letzendlich als ein Wechseljahrsymptom heraus, z.B. ein Reizhusten, der meiner Frau Angst machte und die mich deshalb zur Ärztin schickte. Die Ärztin fand nichts. Und so suchte ich im Web und fand den wunderbaren Blog von Barbara Wenzel-Winter Gedanken zum Klimakterium. Ein Erfahrungsbericht. Dort findet sich auch eine Auflistung Rätselhafte(r) Symptomatik(en), der ich entnehmen konnte, dass Schleimhäute sich an vielen Stellen des Körpers befinden und deshalb mein Reizhusten eventuell mit den Wechseljahren zusammen hängen könnte.

Ich hoffe ja, dass die meisten Symptome nach endgültiger hormoneller Umstellung meines Körpers verschwinden werden. Dazu gehören die schweren Beine, die mir das normale Sitzen auf einem Stuhl unleidlich machen, weil meine Unterschenkel brennen wie Feuer. Oder die Fingerspitzen kribbeln seit Ewigkeiten - mal mehr, mal weniger.
Aber ich bin tough. Jede Frau in den Wechseljahren ist tough, wenn sie trotz dem - obwohl viele Nächte mit Hitzewallungen nicht durchschlafbar sind - ihren Alltag bewältigt. Aber auch, wenn sie es da langsamer angeht oder manches gar lässt: Wechseljahre macht toughe Frauen.

Dumme Frau liest unpassende Bücher

Anderes Thema. Ich bin skinny fat. Wie konnte ich auch nur denken, dass ich mit meinem Normalgewicht gesund sein könnte? Wie dumm ist das?

Ich habe das Buch Fettlogik von Dr. Nadja Hermann durchgelesen. Ein Buch, das wahrscheinlich als Selbstunterstützungshilfe bei ihrem Abnehmprogramm der Autorin entstand. Die Autorin versucht darin, jeder Fettlogik die wissenschaftliche Grundlage zu geben, respektive, sie durch Wissenschaft als nichtig zu entlarven. Der Grundton im Buch - es gibt KEINEN Grund nicht abzunehmen. Und Dicksein sei ungesund.
Okay, da ich das Buch aus Neugier und nicht Betroffene las, war ich manchmal überrascht, was alles nicht wahr sein soll und wofür es Studien gibt, die beweisen: es gibt keinen Grund, nicht abzunehmen. Ein-/zweimal oder eins mehr geht sie auf die Fat-Acceptance-Bewegung ein.
Ich las das Buch mit Abstand. Mit Aha-Gemurmel. Und soso. Und immer wieder bemerkte ich, das wird wohl der Grund sein, WARUM SIE dieses Buch SCHREIBT.
Wenn ich dick wäre, würde ich mich bei dieser Lektüre komisch fühlen. Ein Konjunktiv, weil ich bin es ja nicht.
Dann kommt sie am Schluss noch mit dem Skinny-Fat-Thema. Zuerst bin ich erschrocken. Himmel! Wir sind dünn, aber trotzdem lastet an uns zuviel Fett. Uns fehlen die Muskel! Dann forschte ich nach dem Thema und stellte fest, das ist ein Thema vor allem der Fitness-Industrie. Natürlich. Die wollen schließlich die ehemals Dicken nicht als Kunden verlieren und am liebsten die "vermeintlich Dünnen" als Neukunden dazugewinnen. Gleichzeitig geht das einher mit Vorwürfen: du machst zuwenig für deinen Muskelaufbau. Die Fettpolster müssen weg! Du trainierst zu wenig!
Da habe ich dann im wahrsten Sinn des Wortes das K*tzen gekriegt. Für mich ist es legitim, am eigenen Körper zu arbeiten. Sport zu treiben.Gewicht zu- oder abzunehmen. Alles okay. Sich dazu Unterstützung zu holen via Ratgeberliteratur ist auch okay. Aber wenn die Ratgeber dir unentwegt mitteilen, dass du falsch bist, dann ist das nicht okay.


Sport

Ein kleiner Zwischenstand meines Trainings seit April 2009.

Durch Sport mutiert zu She-Hulk
Auch schon 8 Jahre her, dass ich mit Sport anfing. Ich laufe, ich mache Wii Zirkel Training, ich walke. Jetzt habe ich mir dicke fette Hanteln besorgt und starte mit Hanteltraining. Wobei ich zu den Kurzhanteln wohl auch noch die Langhantel besorgen werden. Plane, in einem Jahr 20 K..., tststs..., hm., 10 Kilogramm stemmen zu können.
Welche glaubt, dass Sport zum Abnehmen gut sei, dieser möchte ich mitteilen, ich habe seit damals ca. 5 Kilo zugelegt: von BMI 19,91 auf BMI 22,01. Ich bin She-Hulk! (Nur ohne grüne Farbe.)




1 Kommentar:

  1. Also gerade Nadjas Buch zeichnet sich doch durch außerordentliche Sachlichkeit und vor allem viele Studien und Belege aus, die die Behauptungen untermauern. Dass auch Normalgewichtige zuviel Fett angelagert haben können, ist doch keine bloße PR der Fitness-Industrie, sondern eine medizinisch belegte Tatsache. Mehr Muskeln haben im übrigen auch sonstige Vorteile, aber das weißt du ja, sonst würdest du nicht trainieren.

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