Freitag, 21. Oktober 2016

Buchmesse Tag 3: Geplant frei fließend auf der Buchmesse

Morgens erwache ich mit einem merkwürdigen Gedanken: "Mein Leben franst an den Seiten aus." Der kontinuierliche kulturelle Input durch die Buchmesse gibt mir ein Gefühl des Überfließens und Unsortiertheit. Kultur quillt aus meinem Atem, den Gedanken - gänzlich durcheinander lässt mich das Erleben zerfleddert zurück. Als würde jemand aus Langeweile meine Gewebe aufribbeln...

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Sitze wartend und lausche dem Spiegel-Gespräch: Terézia Mora: Die Liebe unter Aliens.


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Untenrum frei


Auf dieses Gespräch mit Margarete Stokowski war ich neugierig. Deshalb war ich frühzeitig am Platz.
Sie sprachen zu Beginn über das Buch "Untenrum frei" und dann über den Feminismus im Allgemeinen.


Über die Körperlichkeit (Was mute ich der Öffentlichkeit zu?) sei Margerete Stokowski zur Philosophie des Fuck You gelangt. Dies sei eine grundlegende Form von Selbstschutz.

Gefragt, ob sie wisse, dass sie Leitbild/ Vorbild sei, bekundet sie, kein Interesse zu haben, um für jemanden zu sprechen. Der Feminismus sei vielgestaltig. Es gehe im Feminismus um Freiheit, das eigene Thema müsse gewählt werden.

Das Gespräch kann auf Spiegel Online angehört werden: "Untenrum frei" - Margarete Stokowski im Gespräch mit SPIEGEL-Redakteurin Claudia Voigt.

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Drei Steine


Ich hatte die Ausstellung zur Buchmesse schon gestern entdeckt und begeistert angeschaut. Das Comic hatte ich mir auf meiner Zu-Kaufen-Liste vorgemerkt. Wieder war es ein Zufall, dass ich die Lesung auf der Buchmesse entdeckte.

Das autobiographische Comic "Die drei Steine" erzählt die Geschichte von Nils Oskamps Auseinandersetzung mit Neonazis an seiner Schule. Von dem Comic gibt es eine Schulbuchausgabe herausgegeben von Amadeu Antonio Stiftung für die Bildungsarbeit.

Comiclesung mit Nils Oskamp
Die Beteiligten zur Veranstaltung.
Die Amadeu Antonio Stiftung beobachten die rechtsradikale Szene und warnt davor, die Dinge nicht zu leicht zunehmen. Es fallen weitere Begriffe wie Reichsbürger (es gäbe zwischen paar 100 und paar 1000 Angehörige) und die identitäre Bewegung. Die Stiftung forscht zu Verschwörungstheorien.

Oskamp berichtet von Beate Klasfeld, die Kiesinger wegen seiner Nazi-Vergangenheit ohrfeigte und den Aufenthaltsort des Schlächter von Lyon in Bolivien aufdeckte. Sie wäre Brückenbauerin und hätte beim Film (Dokumentation zum Comic?) unterstützt, indem sie Fotos, Rechte zur Verfügung stellte. Es gäbe eine neue Welle von Antisemitismus. Der Kampf gegen Rechts müsse zentraler laufen, schließlich laufe der Rechtspopulismus europaweit.

Geplant sei für September nächstes Jahr, Workshops, historische politische Bildung in Schulen.

Weitere Infos

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